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Warum die Schneeschuhe vom Warg Willi den Fluch lösten

Das ist der Zweite Teil meiner Geschichte um die Schneeschuhe vom Warg, Willi. Eines zur Erklärung, warum ich von Schneeschuhen spreche. Eigentlich sind ja Schneeschuhe sowas wie Tennisschläger, die man a die Füße bindet, damit man im tiefen Schnee nicht einsinkt. Für uns in Klingenthal war der Schneeschuh der Oberbegriff für alle Arten Ski. »Mier genne Schneeschuhfahrn« konnte alles heißen, mit Schlittern huppen, Langlauf oder auch Alpinski. Alles war Schnehschuhfahrn.  Es kam der Tag, an dem es einen Wettkampf geben musste. Das nannte der Resl Leistungskontrolle oder Sportfest oder sowas. Jedenfalls mussten wir um die Wette laufen. Weil ich die schwersten Schneeschuhe hatte, wurde ich Letzter, was mich schon ein wenig nervte. Als ich dann zu Hause nach dem Ergebnis gefragt wurde, machte ich den Münchhausen und meinte, Erster geworden zu sein. Mein Vater meinte, dass das Geleier wegen der schweren Schneeschuhe umsonst war und kaufte mir als Belohnung für meine Rennautobahn einen Ferrari, naja, jedenfalls war der rot. Jetzt hatte ich mir die Belohnung erschwindelt und musste irgendwann dann doch mit der Wahrheit raus. Ein Gutes hatte es: Mein Vater sah ein, dass man mit deutlich schlechterem Material keinen Blumentopf gewinnen kann. Jetzt war es halt so, dass dieser Nachteil durch das Kaufen von echten Låfern beseitigt werden musste. Das Problem war nur, dass es in der Spowa, also in dem Laden, wo das solche Sachen zu kaufen geben sollte, diese eben nicht gab, DDR eben. Mein Onkel war der Nachbar vom Warg Willi. Der spitzte dann den Willi an, mir Låfer zu bauen. Der Jan und meine Cousine bekamen auch gleich welche. Man war ja einmal drüber. Die Teile waren dann auch echt cool. Man sah das Holz und ein roter Streifen war drauf. So konnte ich jetzt angreifen. Gut, Erster wurde ich nie, aber Zweiter. Das Ende vom Lied: Der Sportclub Dynamo hat mich und meine Eltern bearbeitet, dass ich in's aktive Training einsteigen solle. Irgendwie fügte es sich dann, dass ich das machte und so kam es, dass ich bis zur sechsten Klasse vier mal die Woche in den Club ging, im Sommer auf die Rollerbahn und im Winter in den Schnee. Fußball und Eishockey spielte ich auch noch. Da blieb nicht mehr so viel Zeit zum Spielen. Ich wurde von Tag eins an mit Material überschüttet, neue Schneeschuhe, Anzug, Turnschuhe, Handschuhe, Mütze. Die Schneeschuhe vom Willi standen dann ich der Ecke. Die Bedingungen waren ein Traum, Riesen Turnhalle, Trampolin, Verpflegung, alles wie im Westen oder besser. Einen Blumentopf habe ich dann beim Club doch nicht gewonnen. Ein dritter Platz ist der Staffel war das Maximum. Beim Eishockey ging da mehr; immerhin waren wir mit den Schülern Bezirksmeister und beim Fußball habe ich mit dem Köhler, André gespielt. Der hat die Spiele meistens allein gewonnen. Die Quali für die KJS habe ich dann gar nicht erst mitgemacht, wer will schon ständig hinterher rennen. Die beiden Kollegen, die mir immer davongerannt sind, haben es auch nicht bis nach oben geschafft. Den einen habe ich dann in der EOS wieder gesehen und der wurde dann Offizier, ich nicht, ich wurde zur Persona non Garda und flog raus. OvG

 

Und warum das so war, gibt es in der nächsten Folge.