Der neue Regionalplan Wind wird die Zukunft des Vogtlandes für Jahrzehnte prägen. Bis zum
06. Juli 2026 haben Bürgerinnen und Bürger, Städte, Gemeinden und Landkreise die
Möglichkeit, im Rahmen des offiziellen Beteiligungsverfahrens Stellungnahmen einzureichen.
Hintergrund ist die gesetzliche Vorgabe, in der Planungsregion Chemnitz mindestens 1,3
Prozent der Fläche für Windenergie auszuweisen. Davon betroffen sind auch zahlreiche
Gebiete im Vogtland.
Aus Sicht des Vereins Lebenswertes Vogtland bestehen weiterhin wichtige offene Fragen.
Dazu gehören insbesondere mögliche Auswirkungen auf Trinkwasserschutzgebiete und
Quellbereiche, die Einzugsgebiete der Trinkwassertalsperren Werda, Muldenberg, Carlsfeld
und Eibenstock, Eingriffe in Waldflächen, die Folgen von Fundamenten und Zuwegungen
sowie mögliche Auswirkungen auf Natur- und Artenschutz.
Besonders kritisch sehen viele Bürger die mögliche Betroffenheit der Trinkwassertalsperren
Werda, Muldenberg, Carlsfeld und Eibenstock sowie ihrer Einzugsgebiete. Diese Anlagen
sichern die Trinkwasserversorgung großer Teile des Vogtlandes und darüber hinaus. Aus
Sicht des Vereins müssen mögliche Auswirkungen auf Quellgebiete, Wasserhaushalt,
Grundwasserströme und die langfristige Trinkwasserqualität sorgfältig untersucht und
transparent bewertet werden.
Darüber hinaus stehen die möglichen Auswirkungen auf das Landschaftsbild und den
Tourismus im Fokus. Das Vogtland zeichnet sich durch seine weiten Ausblicke, seine
naturnahen Waldlandschaften, die Mittelgebirgslagen sowie seine hohe Attraktivität für
Wanderer, Radfahrer, Wintersportler und Erholungssuchende aus. Moderne Windkraftanlagen
mit Höhen von bis zu 250 Metern würden das Erscheinungsbild vieler Landschaftsräume
dauerhaft verändern und weithin sichtbar prägen.
Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für unsere Region. Hotels, Pensionen,
Gaststätten, Freizeiteinrichtungen und zahlreiche touristische Anbieter profitieren von der
Attraktivität unserer Landschaft. Aus Sicht des Vereins müssen deshalb auch die möglichen
Auswirkungen auf Tourismus, Naherholung und die langfristige Entwicklung des Vogtlandes
sorgfältig untersucht und bewertet werden.
Bereits 2023/2024 ließ der Verein Lebenswertes Vogtland für den Bereich Hoher
Brand/Hirschberg eine naturschutzfachliche Untersuchung erstellen. Die Ergebnisse weisen
unter anderem auf sensible Quellgebiete, bedeutende Flugkorridore geschützter Vogelarten
sowie wertvolle Wald- und Lebensräume hin. Vergleichbare Untersuchungen sollten aus Sicht
des Vereins auch für weitere aktuell ausgewiesene Gebiete im oberen Vogtland geprüft
werden.
Die Beteiligung am Verfahren ist ausdrücklich erwünscht. Bürgerinnen und Bürger können ihre
Stellungnahmen direkt über das Beteiligungsportal des Planungsverbandes Region Chemnitz
einreichen:
https://beteiligung-regionalplan.de/rpchemnitz/
Wer Unterstützung bei der Formulierung einer Stellungnahme sucht oder sich über die
Auswirkungen des Regionalplans informieren möchte, kann zudem die Plattform Zukunft
Vogtland nutzen:
www.zukunftvogtland.de
Alle Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, sich mit den Planungen auseinanderzusetzen
und die bestehenden Beteiligungsmöglichkeiten zu nutzen. Die Entscheidungen, die heute
getroffen werden, werden das Erscheinungsbild, die Natur, die Trinkwasserversorgung, den
Tourismus und die Entwicklung unseres schönen Vogtlands für viele Jahrzehnte prägen.
Jetzt informieren. Jetzt beteiligen. Einsendeschluss für Stellungnahmen ist der 06. Juli
2026.
