Das ist ein Zitat aus einem Sketch von Rolf Miller. Jawohl, das beschreibt die Zeit um 1974. In Westdeutschland gab es die WM mit Beckenbauer, Müller, also dem Gerd, Schwarzenbeck, Kapellmann und so weiter. Davon waren wir als Grundschüler die absoluten Fans.
Dass da eine Mannschaft noch in blau/weiß mitgespielt hat, die Deutschland in der Vorrunde noch einen mitgegeben hat und Gruppensieger wurde, wen hat das schon interessiert. Das war ja nur die DDR, ein Außenseiter. Damals gab es noch eine Zwischenrunde (gegen Niederlande, Brasilien und Argentinien) und die DDR war raus. Weltmeister wurde Deutschland (West). Heute ist mir der rollende Ball eigentlich egal und ob Deutschland recht weit kommt, ist eher zur Nebensache geworden. Wünschen tut man es der Mannschaft trotzdem, und natürlich, dass alle wieder gesund zurückkommen. Allerdings alles, was um den DFB bzw. FIFA herum passiert, kann einen schon ein wenig verwundern. Die finanziellen Verbiegungen, die man machen müsste, um da jetzt als Zuschauer dabei zu sein, sind für »normale« Menschen zu gravierend. Dann gibt es da auch noch Dinge, die wirklich wichtiger sind. Ja, und in Amerika werden die Fußball Arenen gekühlt, die Mannschaften jetten um den Kontinent, Deutschland erst in Houston, dann in Toronto, zweieinhalbtausend Kilometer von der Mexikanischen Grenze bis nach Kanada. Und wir zahlen brav die Öko Steuer und müssen einen Energiepass für unser Haus bezahlen. Da fällt mir eigentlich nichts mehr ein außer »geeeeeh fort«.
Wie gesagt, als Kinder waren wir entweder Fans von Bayern, Hamburg oder Schalke, weniger Dresden, Aue oder Zwickau. Das Westfernsehen hat es dann auch möglich gemacht, in der Sportschau Zusammenfassungen der Spiele zu sehen. Am Montag auf dem Schulhof, wurde dann die Bundesliga ausgewertet, von den zehnjährigen Sportexperten. Einer von uns bekam vom Sportlehrer den Spitznamen »Fußballkopp«. Da würde heute wohl der Papa den Anwalt aktivieren und die ganze Schule verklagen. Auch das hat sich verändert.
Ich erinnere mich noch, dass ich vor vielleicht 15 Jahren bei einer Geschäftsreise nach München, das Trainingszentrum an der Säbener Straße angeschaut habe. Ich fuhr am Haupteingang der Geschäftsstelle vorbei. Da ging die Tür auf und der Bomber der Nation kam heraus. Damals war er Co-Trainer von Bayern II und Jugendtrainer. Im Sommer 2014 musste Müller wegen einer Krankheit in den Ruhestand. Ab 15. August 2021 ist er mit nur 75 Jahren verstorben. Einen würdigen Nachfolger gab es, auch einen Müller, der jetzt in Vancouver spielt. Der Gerd wird heute auf seiner Wolke sitzen, genüsslich eine Halbe schlürfen und der »Mannschaft« die Daumen drücken. Das mache ich natürlich auch aber Blutdruckanstieg bekomme ich beim Spiel nicht mehr. OvG
Beide hatten die Dreizehn als Rückennummer bei der Nationalmannschaft.
Der Gerd und der Thomas.

