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Die Sportfreundschaft der Grendner Eis-O-Geier mit der Betriebsmannschaft des Fleischkombinates Kladno

Ich kann mich noch ganz gut erinnern. Um den Volkssport am Leben zu erhalten, war es absolut unerlässlich, die Initiative zu ergreifen. Alles, was Dynamo war, konzentriete sich auf den Sportclub. Geld für Eishockey war kaum da. 1972, als Honecker an die Macht kam, wurde es noch mal schlimmer.  Gar kein Geld mehr für Eishockey. Dann wurde aus der Not heraus die Sektion Eisschnellauf gegründet. Dafür gab es noch Geld von Dynamo. Eishockey sollte aber nicht sterben und so machte man als SG weiter. Für die Finanzierung hat sich der Sektionsleiter, Klaus Grimm, dann 1973 den Eisfasching einfallen lassen. Vier Veranstaltungen im Jahr brachten das Geld, um beispielsweise Auswärtsspiele oder die Fahrten dahin abzusichern. Das waren zu der Zeit absolut private Initiativen. Durch die Verbindung zu einer Manschaft aus Bilina, die die Grendner nach Prag einluden, kam durch Zufall die Bekanntschaft zum Masokombinat Kladno zustande. Die Vereinsmitgliedschaft des Sudetendeutschen, Heinrich Hännl, der fließend Tschechisch sprach, ermöglichte das Ganze erst. Ich habe noch Erinnerungen an Grenzübertritte, wo die Tschechischen Beamten zuerst steckensteif in den Bus kamen und als der Heinrich sie in ein Gespräch auf Tschechisch verwickelte, entspannte sich die Situation merklich und Kontrollen fanden nicht statt.

Die Gastfreunschaft der Fleischer aus Kladno war groß und deren Möglichkeiten vielfältig. Man hatte immer genug Wurst, Brot und Senf auf Lager, um hungrige Mäuler zu stopfen, vom Bier ganz zu schweigen. Damals hatte ich das Gefühl, in Böhmen ernähre man sich nur von Kochsalami, Brot, Hörnchen, Senf und Bier. Was natürlich nicht stimmte. Gulasch gab es auch noch.

Die Vereinsfreundschadt hielt zehn Jahre. Freundschaft ohne Politik, einfach nur von Mensch zu Mensch. Das war Freundschaft zwischen Sportlern, die eine gemeinsame Leidenschaft teilten, hier das Eishockeyspiel. Sport, Musik und andere Kulturellen Dinge verbinden Menschen besser, schneller und sicherer als sonstwelche Verordnungen von politischen Parteien. Die Sprache im Sport, Musik und Kultur ist nicht an Vokabular gebunden, dass der Gegenüber nicht versteht. Auch wenn wir uns mit dem Heinrich als Übersetzer leichter taten, wie man die Scheibe ins Tor bringt, hat ein jeder auch ohne Dolmetscher gewusst. Trotzdem war mit  der Wende Schluss. Das hat die Politik hin bekommen. Irgendwie hat dann jeder mit sich zu tun gehabt. Ich musste nach Bayern, einen neuen Beruf erlernen, andere hatten andere Probleme.

Das ehemalige Fleischkombinat in Kladno (Masokombinat Kladno) als fleischverarbeitender Betrieb existiert nicht mehr. Der Großbetrieb wurde nach der politischen Wende geschlossen und die Betriebsunterkunft, wo wir während des Besuches wohnten, ist mittlerweile abgerissen. Sie hatte zuletzt Roma beherbergt und galt als sozialer Brennpunkt in Kladno. Heute sind an der Stelle ein Buswendeplatz und Parkplätze, fast wie in Klingenthal (z.B. Schloß weg, Parkplatz hin). Fleisch- und Wurstwaren vertreibt die Tschechische Niederlassung der Tönnies Fleisch CZ, s.r.o. Der Sitz ist in Jihlava, südöstlich von Prag. Kladno ist eine Industriestadt mit ca. 68.000 Einwohnern im Středočeský Kraj (Mittelböhmen) Die Poldi Hütte ist der größte Stahlproduzent von Tschechien. Heute gehört sie zur Scholz AG und hat 350 Mitarbeiter. Die Einwohnerzahl ist gegenüber 1980 kaum zurückgegangen. Autos mit einem »S« kommen von dort. Der Mittelböhmische Kreis umschließt die Tschechische Hauptstadt, ähnlich wie Brandenburg Berlin.

OvG

In der Fleischfabrik muss keiner Hunger leiden und dürsten auch nicht.
In der Fleischfabrik muss keiner Hunger leiden und dürsten auch nicht.
Gedenkstätte Lidice
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Kranzniederlegung im Dezember 1981, ein Zeichen des Respekts
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