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Eu're Cola schmeckt wie Hustensaft! Der Geschmack meiner Jugend.

Ja, das sind so Sachen an die man sich heute noch erinnert. Dinge, die man vor vielleicht 40 Jahren erlebt hat. Dazu gehören auch Gerüche und Geschmäcker. Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich ein Kind war, zu Ostern, zu Weihnachten, zum Geburtstag und so weiter hat mir meine Mutter immer ein Matchbox Auto gegönnt. Das Westgeld dafür hat sie bei einem Bekannten getauscht. Der wollte für eine Westmark vier Ost Markt haben. Das war zu der Zeit ein guter Kurs. Mit dem Geld ging man dann in den Intershop. Später musste man das Westgeld in Forum Schecks tauschen. Mit den Forum Schecks hat er der Staat dann natürlich die Gelegenheit das Westgeld gleich einzupacken und für die Funktionäre Büchsenbier zu kaufen. Der DDR Bürger konnte mit den Forum Scheck an sich dann nur noch im Intershop einkaufen oder aber eine Fernsehreparatur schwarz bezahlen. Das ging natürlich auch noch. Wenn man in den Intershop kam, hatte man immer den gleichen Geruch, egal ob das in Plauen Gera oder Leipzig war. Überall roch es gleich. Es war so eine Mischung aus Parfüm, Waschmittel, Haarwaschmittel, Geschirrspülmittel und Seife. Irgendwo dazwischen war dieser Geruch angesiedelt. Auf jeden Fall war er unverwechselbar und auch heute riecht es in einer deutschen Drogerie nicht so wie damals zur DDR Zeiten im Intershop. Selbst als ich nach der Wende meinen ersten Stopp  in einer Drogerie Müller, Schlecker oder was auch immer gemacht habe. Auch dort roch es nicht wie Intershop. Ja, das war die Sache mit dem Geruch. Mit dem Geschmack war es etwas anderes. Es gab ja die DDR Zeiten die Vita Cola. Die hatte damals ja sagen wir mal, einen etwas eigenartigen Geschmack. Auf jeden Fall schmeckte es eh nicht wie Pepsi oder Coca-Cola. Immer so einen leichten Zitronen Geschmack und auch ein wenig wie Medizin schmeckt sie auch. Dazu gibt es eine Geschichte, dass Mitte der Achtzigerjahre zu den Musiktagen eine Gruppe dänischer Akkordeonspieler nach Klingenthal eingeladen war. Damals gab es ja zu den Musiktagen immer ein umfangreiches Rahmenprogramm, dass vom Kreiskulturhaus, sprich vom Brückner Harald organisiert wurde und sich sehr großer Beliebtheit in der Bevölkerung erfreute. Heute, wie wir alle wissen, gibt es ja das leider nicht mehr. Auf jeden Fall hatten wir damals mit Anfang 20 die Aufgabe vom Jugendklub des Kreiskulturhauses, uns um diese Musiker zu kümmern, d.h. wir mussten die Freizeitgestaltung sicherstellen und sozusagen als Reiseführer in der Stadt agieren und so kam es, dass wir abends im Garten vom Brückner Harald eine Grill- Feier veranstalten. So saßen wir alle um die den Tisch herum und ich hätte mich mit einem jungen Mann angefreundet, der hieß Ketil. Bier und Wein trank er nicht. Nach einem Schluck aus der Vita Cola Flasche meinte er, du Olli, deine Cola schmeckt wie Huustensaft. Heute hat man schon ein wenig am Geschmack gefeilt, jedenfalls ist die Hustensaft Note verschwunden. Die Cola schmeckt herber als Coca und mit einer leichten Zitronennote. Dass die Marke heute noch existiert, zeigt uns, dass die Vita Cola ein Stück Ostdeutscher Identität ist. In Dänemark wird sie bis heute nicht verkauft, bei den Wessis eher auch nicht. Es ist eine echt Ostdeutsche Kultmarke. Ostdeutsch und daher gut. Jetzt habe ich schon wieder zu viele Textzeichen ins Eifon diktiert, schreiben geht gerade nicht wegen Augenschonzeit, deshalb ist jetzt Pause, wahrscheinlich bis morgen dann geht es um Süßigkeiten aus dem Nachbarland, also auch Karlsbader Oblaten, die heute anders schmecken als früher und warum das wahrscheinlich so ist.

Olli vom Grond