Bad Elster, 16. April 2026. Die Königlichen Anlagen in Bad Elster präsentieren sich derzeit in besonderer Frühlingspracht: Im Mittelpunkt der diesjährigen saisonalen Bepflanzung steht die faszinierende Vielfalt der Narzissen. Unter der Leitung von Gartenbaumeisterin Elke Sternitzky wurden zahlreiche – teils seltene – Sorten arrangiert, die Besucherinnen und Besucher nun in voller Blüte erleben können.
An verschiedenen Standorten innerhalb der historischen Parkanlagen entfaltet sich ein farbenreiches Gesamtbild. Ergänzend informieren acht thematisch gestaltete Schilder über die Besonderheiten der gepflanzten Narzissenklassen und laden dazu ein, die botanische Vielfalt näher kennenzulernen.
Frühlingsboten mit Geschichte und Vielfalt
Narzissen zählen zu den bekanntesten Frühlingsblumen und sind im Volksmund häufig als „Osterglocken“ bekannt. Botanisch korrekt bezeichnet dieser Begriff jedoch nur eine spezielle Art – die gelbe Trompetennarzisse, die traditionell um die Osterzeit blüht. Tatsächlich umfasst die Gattung eine beeindruckende Bandbreite an Formen und Farben: Neben klassischen Gelbtönen finden sich auch weiße, orangefarbene und sogar zart rosafarbene Varianten.
Charakteristisch für jede Narzissenblüte ist ihr zweiteiliger Aufbau: eine äußere Hauptkrone mit meist sechs Blütenblättern sowie eine innere Nebenkrone, die als Trompete oder Becher ausgebildet ist. Im Gartenbau werden Narzissen in insgesamt zwölf Klassen eingeteilt – eine Auswahl davon ist aktuell in den Bad Elsteraner Parkanlagen zu sehen.
Der Name „Narzisse“ geht auf das griechische Wort narkein („betäuben“) zurück und verweist auf den intensiven Duft einiger Arten.
Besondere Narzissenklassen im Fokus
Zu den diesjährigen Highlights zählen die sogenannten Tazetten-Narzissen, die durch ihre Mehrblütigkeit auffallen. Pro Stiel entwickeln sich mehrere Blüten, die häufig einen intensiven Duft verströmen. In den Anlagen sind unter anderem die Sorten „Avalanche“ und „Geranium“ vertreten.
Ebenso eindrucksvoll präsentieren sich die Split-Corona-Narzissen, auch Schmetterlingsnarzissen genannt. Ihre gespaltene Nebenkrone verleiht ihnen ein außergewöhnliches Erscheinungsbild. Sorten wie „Cassata“, „Chanterelle“ und „Pink Wonder“ zeigen die große Farbvielfalt dieser Gruppe.
Eine eher zierliche, aber besonders charakteristische Form bieten die Reifrocknarzissen. Mit ihrer weit geöffneten, glockenartigen Nebenkrone und den schmalen Blütenblättern erinnern sie an historische Reifröcke. Die Sorten „White Petticoat“ und „Golden Bells“ eignen sich besonders für kleinere Pflanzungen oder Kübel.
Weitere Besonderheiten sind die Alpenveilchennarzissen mit ihren zurückgeschlagenen Blütenblättern, die früh im Jahr blühen, sowie die opulenten gefüllten Narzissen, deren üppige Blütenformen vor allem im April und Mai beeindrucken. Auch klassische Trompeten-, großkronige und kleinkronige Narzissen sind Teil der diesjährigen Pflanzung und verdeutlichen die Vielfalt innerhalb dieser traditionsreichen Pflanzengattung.
Wissenswertes rund um die Narzisse
Ursprünglich stammen Narzissen aus Südwesteuropa, der Mittelmeerregion und Nordwestafrika. Die Anzahl ihrer Wildarten wird auf etwa 50 bis 85 geschätzt. Botanisch gehören sie zur Familie der Amaryllisgewächse. Schon in der Antike hatten Narzissen eine kulturelle Bedeutung: So gilt ein Kranz aus weißen Narzissen, der in einem altägyptischen Grab gefunden wurde, als einer der ältesten Nachweise ihrer Verwendung als Schmuckpflanze.
Einladung zum Frühlingsspaziergang
Die Königlichen Anlagen Bad Elster laden dazu ein, die besondere Narzissenblüte bei einem Spaziergang zu
entdecken (Blütezeit noch bis ca. Ende April). Die Kombination aus gärtnerischer Gestaltung, botanischer Vielfalt und historischer Parklandschaft macht den Besuch zu einem eindrucksvollen
Frühlingserlebnis.
Der nächste geführte Frühlingsspaziergang Bad Elster findet am Samstag, 25. April um 10.00 Uhr statt. Anmeldung in der Touristinformation Bad
Elster, Tel. 037437/53900.
Eine Maiwanderung mit Gartenbaumeisterin Elke Sternitzky im Rahmen der Frühlingsspaziergänge Sachsen findet amSamstag, 9. Mai um 10.00 Uhr statt. Ohne
Voranmeldung, Treffpunkt ist die Marienquelle Bad Elster.
Steffi Schlosser, Unternehmenskommunikation
