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Wie wir sprechen

Unsere Sprache ist eines der wichtigsten Kennzeichen unserer Identität. Setzen wir zu sprechen an, geben wir zu erkennen, woher wir kommen. Genauer identifiziert uns dann noch unser Dialekt. In Filmen werden Dialekte oft eingesetzt, um einfache Menschen darzustellen und unsere Enkelkinder vermeiden es grundsätzlich, zumindest mit Vogtländisch, an der Uni aufzutreten. Aber Dialekt zu sprechen hat nichts mit mangelnder Bildung zu tun. Es gibt Vereine, die haben es sich zur Aufgabe gemacht, Mundarten zu erhalten. Das ist gut so, denn letztendlich ist die Mundart ein Kulturgut, dass es zu erhalten gilt, genauso wie Bauwerke. Die Sprachgrenzen sind ja jetzt nicht so gezogen, wie die Landkreise. Nur die Grenze zu Tschechien ist heute eindeutig eine harte Sprachgrenze. Mein Opa, der nach eigenen Aussagen ein Böhmischer war, redete, als habe er einen Kloß im Hals »Möhl statt Mehl« wie Arzberg was ja auch nahe Tschechien ist. Das Nordbairische, tatsächlich mit i geschrieben, geht hoch bis Wohlbach, Hermsgrün im Norden. Adorf und Markneukirchen, Erlbach gehören auch dazu. Deswegen hat man auch kurz nach der Wende an das Eingangsschild von Markneukirchen »Bayerisch Vogtland« geschrieben. Deswegen gibt es auch die Apfel/Äppel Grenze auf der Gopplasgrüner Höhe. Da fängt dann das Südostvogtländisch an. In Klingenthal, Schöneck, Zwota bis hinter Tannenbergsthal wir das gesprochen, grob jedenfalls. Selbst in Klingenthal gibt es Stadtteilunterschiede erborn in Zwota, erbeddn in Klingenthal, der Sachsenberger rollt das R und die Schönecker sagen der ürschte und da weht auch der Wied. Die Rot-Ruet-Grenze wäre dann vom Mühllethen nach Tannenbergsthal. Danach fahren wir dann über die Rechts- Rachts Grenze und kommen in das Westerzgebirgische (Carlsfeld, Schönheide, Eibenstock. Da sagt man auch für schon schie, in Johannstadt dagegen schu. Kernvogtländisch wäre im Osten Grünbach, im Westen Reuth, im Norden die Talsperre Pöhl, im Süden Posseck. Nordvogtländisch spricht man in Reichenbach und Umgebung. Da geht es schon langsam in das Westsächsische Richtung Zwickau. 

Grundsätzlich ist aber das Vogtländische eher dem Fränkischen zuzuordnen als dem Sächsischen. Es will ja auch kein Voigtländer ein Sachse sein, oder?

Die Karte und Infos entstammen »Kleines vogtländisches Wörterbuch» Bibliographisches Institut Leipzig, Autoren Bergmann, Hellfritzsch

O. Grimm

An dieser Karte sieht man es. Das Vogtland liegt sprachlich in Bayern.