Ja, Leute, das war mal ein Werbeslogan der Bahn vor zig Jahren. Sicher, die Bahn kommt, meistens jedenfalls. Aber meistens auch zu spät und dann fährt sie auch nicht pünklich wieder los. Deswegen hat es ja auch im Bahntower ein wenig Ungemach gegeben. Evelyn Palla heißt die Dame, die jetzt den Staatskonzern regiert. Die Mittfünfzigerin hat schon große Ziele. Sie hat angekündigt, alles auf links drehen zu wollen. Glücklichwerweise meinte sie das wohl nicht parteipolitisch. Nein, durchgreifen will sie. Angeblich sollen dreißig Prozent der Führungskräfte ihren Hut nehmen dürfen. Wer nicht effizient arbeitet sagt adieu. Von Millioneneinsparung ist da die Rede. Für mich stellt sich da doch sofort die Frage nach Abfindungen. Die gehen doch nicht mit einem feuchten Händedruck. Auf jeden Fall soll das frei gewordene Geld in Sicherheit und Sauberkeit auf Bahnhöfen investiert werden. Das ist gut, wenn es klappt. Der Status Quo ist erschreckend. Gott sei Dank komme ich maximal dann auf einen Bahnhof, wenn ich jemanden vom Zug abhole. Gleich fällt mir das Wort Stadtbild ein. Ich kenne jemanden, der wieder jemand kennt, der Zugführer ist. Dieser Zugführer fährt jeden Tag einen Zug von Deutschland nach Tschechien. Dort, so meint er, wäre das Zugfahren deutlich angenehmer. Die Bahnangestellten fühlten sich dort sicherer. Wenn die das nicht wissen, wer dann. Auf jeden Fall hoffe ich sehr, dass Frau Palla Erfolg hat, sonst steigen mehr Bahnreisende auf das Auto um, und die stehen dann vor mir im Stau. Und das wollen wir doch nicht, oder?
O. Grimm


