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Kennt Ihr noch den Dlengedohler Willi?

Es wird ja immer wieder von den alten Originalen erzählt also von Zeitgenossen, die jede Menge Mist gebaut haben, denen aber keiner so richtig böse sein konnte. Der Disco Erich z.B., der den Mädels an den Hintern gegriffen und gesagt hat, bist ganz schie groß, Märy. Ein kleines Bier hat er im Schloß getrunken, dann war er rund wie ein Buslenker. Die Schlott, Adele lief durch die Gegend und sang lautstark »Ein Matrose...« Der Fury hat mit dem Pferdefuhrwerk die Kohlen ausgefahren und wenn er einmal pikeln musste, dann machte er das, egal, wo er gerade war. Und natürlich die Hannelore, die ist immer zum Raabe, Bernd in die Praxis gegangen und hat ihren Hund vor meiner Garage angebunden. Einmal musste ich sie bitten, den Hund woanders anzubinden, weil ich mit dem Auto rein musste, weil ein Schneewetter aufzog. Die Schimpfwörter, die dann kamen, kann ich hier nicht wiederholen. Dann auch noch der Willi. Als ich ein Kind war, ich ging wohl in die 6. oder 7. Klasse in der Bebelschule, da hatte ich eine von der Russischlehrerin verordnete Briefreundin in der Sowjetunion. Oksana hieß sie, war blond und bildhübsch. Sie wohnte in Odessa am Schwarzen Meer. Wir schrieben uns jede Woche einen Brief, zuerst über das übliche Gesülze aus dem Russischunterricht. Später lernten wir uns dann ein wenig besser kennen ganz ohne Whats app und iMessage. Der wöchentliche Brief war wichtig geworden und da kommt der Willi in‘s Spiel. Der war nämlich Briefträger, der unzuverlässigste,  den ich je gekannt habe. Er hatte besimmt 140 Kilo auf den Rippen, immer einen Zigarrenstummel im Mundwinkel wie Egon Olsen und wenn er diesen Stummel raus nahm, war die Oberlippe an der Stelle so verformt, dass er auch bei geschlossenem Mund hätte atmen können. Er arbeitete natürlich so wie der Briefträger in dem Film mit den S‘chties, überall, wo er hin kam, gab es einen Schnaps. Hatte Willi wenig Stops kam er zu uns um elf, gab es viele Einschreiben, wurde es auch schon mal um vier. Dann hätte man seinen Kopf auch gut als Infrarotheizung hernehmen können. Jedenfalls, hat der Willi mir so manchen Nachmittag versaut. Man hätte ja zum Sportplatz gehen können, wo die anderen bolzten, aber ich wartete auf den Brief von der Oksana. Man muss dazu sagen, dass wohl nur ich das mit dem Schreiben so ernst nahm. Die anderen spielten lieber Fußball, wie sich das für richtige Jungs gehört. Der Effekt war dann  wohl auch von der Lehrerin gewollt, ich bewegte mich in der Russischen Sprache dann doch immer eleganter und selbst heute reicht es sicher noch für einen Small Talk. Jedenfalls war der Willi so bekannt, dass es bis zum Vatikan durchgedrungen war, was der Willi wohl für ein toller Hecht sei. Seine Kirchensteuer hat er ja immer pünktlich bezahlt und so kam es, dass der Papst nach ihm schicken ließ. Da er selber wegen seines Alkoholproblems nicht fahren konnte und auch nicht jeder ein Auto hatte, fragte er seinen Kumpel, den Hannes, ob er ihn nach Rom transportieren könne. Da es dann auch für Ihn ein Visum gab, sagte er gerne zu. Ganz zeitig am Morgen ging es los, mit dem Trabi nach Süden. Kurz vor dem Dreieck Holledau ist dann der Keilriemen vom Trabi gerissen und man musste einen Parkplatz ansteuern. Genau in dem Moment kam der Huber, Fonsi aus Erding mit seinem Elfer vorbei und sagte: »I schlepp eich no Minge nei zer Werkstatt ober wenni eich ze schnell fohr, dann huapt‘s.« Nach ner Viertelstunde hat der Fonsi den Trabi am Seil ganz vergessen und dreht auf. Mit 240 Sachen fliegt er tief über die A9. Am Seil der P601 mit‘n  Willi und dem Hannes am Lenker. Der Hannes hat gehupt, bis der Blinker abgerissen ist, aber der Fonsi hatte die Musik von seiner Bang und Olufson Anlage einfach zu laut. An der Raststätte Holledau war der Fritz mit seiner Mutter Resi zum Pinkeln angehalten. Da sagt der Fritz: Mutter guggemoll dort der Porsche lässt den Trabi net vorbei. Der hupt scho feste. Nach 20 Stunden Fahrt waren die beiden dann in Rom, gerade noch zur rechten Zeit wo der Papst »urbi et orbi« spendete. Die beiden Vogtländer durften zum Heiligen Vater mit auf den Balkon. Unten, in der Menge steht auch die kleine Simone aus Wolnzach und fragt ihre Mutter: Du Mami, wer issn der Moa nehm en Dlenhedohler Willi? Ja so bekannt war er, der Willi. Ok, Leute, der erste April ist ja jetzt schon einige Zeit vorbei, bzw. kommt erst wieder. Ihr habt es bestimmt schon gemerkt. Der Willi war natürlich nie in Rom, da hätte man ihn ja gar nicht hin gelassen und einen Fahrer hätte er sicher auch nicht gefunden. Die Geschichte mit den Briefen und dass ich darauf immer gewartet habe, bis sie der besoffene Willi bringt, die stimmt. Die Brieffreundschaft mit der schönen Oksana hat tatsächlich die Zeit in der Bebelschule überdauert. Wir wollten da auch gerne hin fahren und mein Vater hatte zu der Zeit vergeblich versucht, ein Visum zu bekommen, was ja auch in die UdSSR nicht so einfach war. Man hat da nicht jeden gleich hin gelassen. Die allein erziehende Mutter hätte auf das Amt gehen müssen und eine offizielle Einladung hinterlegen müssen, konnte oder wollte sie aber nicht. Schließlich waren wir für Sie ja Ausländer und noch dazu Deutsche. So ist sie dann am Ende doch noch eingeschlafen, die deutsch- sowjetische Brieffreundschaft. Ob Oksana heute noch in Odessa lebt, kann ich nicht sagen. Ich habe nie wieder etwas von ihr gehört. O. Grimm

So ungefähr habe ich den Willi in meiner Erinnerung, nur der Zigarrenstummel war etwas kürzer und breiter.

Die KI hat es halt so verstanden. Danke dafür, liebe KI, Du bist echt die größte von allen.