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BrassSocks Jubiläums Konzert war der Hammer

Die BrassSocks sind ein Phänomen. Sie laufen die Treppe hinauf, die hinunter führt. Überall in Deutschland geht es der Kultur schlecht. An sich braucht man sie zum Leben, ich meine sogar sehr. Aber zum Überleben eben nicht. In Zeiten des Krieges, und wir sind im Krieg, sogar an zwei Fronten, eine im Osten und eine im Westen, wird an allem, was man nicht direkt zum Überleben braucht, gespart. Wenn man in das Theater geht, muss man sich am Ende des Stückes meist einen Monolog des Direktors anhören, der auf die Existenznöte des Hauses aufmerksam macht. Zum Glück hat Klingenthal kein Theater, sonst wäre das auch schon zu. Die Stadtchefin lässt sich gerne in Bad Elster sehen und fotografieren. Da gibt es die Chursächische Veranstaltung GmbH. Also geht es doch, das mit der Kultur. Das bekannteste Musik- Event von Klingenthal hat man schon mal abgeschafft, die Akkordeon- Wettbewerbe. Grund: Kein Geld. Na ja, wer etwas will sucht Wege, wer etwas nicht will, sucht Gründe. Da haben wir es wieder. Was zu DDR Zeiten mit einem Starbesetzten Rahmenprogramm von über einer Woche frenetisch gefeiert wurde, liegt heute zwei Meter unter einer Schneedecke begraben. Reife Leistung. Die BrassSocks haben sich, gegen diesen Trend, im Sommer 2019 gesucht und Dank der gemeinsamen Leidenschaft dann auch gefunden. Städtische Unterstützung gibt es, allerdings ist das nur der bekannte Tropfen auf den heißen Stein. Kultur kostet aber, und man muss sie sich leisten wollen. Wenn es nicht private Initiativen gäbe und die Weitsicht, regionale Kultur zu unterstützen, würde es sicher nicht die Brass Socks von heute geben. Die Rede ist von den Walfischwirten. Der 2024 verstorbene Alfons und seine Kinder Peggy und René Goram waren von der Big Band Idee begeistert und boten spontan den den ersten Proberaum an. Der »Sächsische Musikrat« ist immer mal mit helfender Hand dabei, wenn es um die Beschaffung von Instrumenten geht. Das hilft. Im Sommer 2020 hat es dann am Meiselteich das erste Konzert gegeben. Seit dem ist viel passiert. Ein Meilenstein war sicherlich die erste Teilnahme am Dresden Dixie Festival im Mai 2024 und im Jahr darauf dann wieder. Auch diese Jahr gibt es die Socken wieder in Dresden. Micha Winkler, Posaunist und Bandleader aus Dresden, hat das Potential der Klingenthaler erkannt. Er hat daran mitgewirkt und es an Unterstützung nicht mangeln lassen. Heute ist die Bigband, neben dem Stadtorchester, der Botschafter der Musikstadt auf dem Vogtland. Seit 2024 gibt es übrigens auch einen Fanclub. Bei Konzerten sitzen die immer ganz vorne und machen einen Heidenkrach. Gestern Abend hat es wieder eine ganze Reihe Zugaben gegeben. Man mag sich gar nicht vorstellen, wie das wäre, wenn sich die Stadt dazu durchringen könnte, dieser Big Band mehr Wertschätzung, entgegen zu bringen. Ein Videogruß zum Jubiläum ist zwar nett, aber kaufen kann man dafür nichts. Gesehen habe ich die OB auf dem Konzert auch nicht. Schließlich ist dieses Orchester eine Visitenkarte. Na ja, jedenfalls könnte sie eine sein. Man muss auch nicht die Lyra auf dem Wappen mit dem BrassSocks Logo ersetzen aber ein wenig mehr Identifikation könnte man schon erwarten. Auf jeden Fall war das Konzert großartig und die Ohren haben mal wieder Augen gemacht O. Grimm