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Zwanzig Jahre Weihespring in der Vogtland Arena

Nach der Fertigstellung der Vogtlandarena fand am 21.12. 2005 der Weihesprung statt. Nach 31 monatiger Bauzeit erhielt der Klingenthaler „Kevin Röder“ vor 10.000 begeisterten Zuschauer die Ehre, die Anlage einzuspringen.

Wie kam es eigentlich zum Bau der Vogtland Arena ?

Klingenthal hatte in der Vergangenheit zahlreiche erfolgreiche Wintersportler, die auch an Olympischen Spielen teilgenommen haben. Ich erinnere an Kurt Körner, der leider im 2. Weltkrieg gefallen ist. Ihm zu Ehren errichteten seine Freunde in Brunndöbra die »Kurt Körner Nachwuchsschanze«, die heute nicht mehr genutzt wird. Nach dem 2. Weltkrieg holten die Klingenthaler Wintersportler bei der ersten Ostzonenmeisterschaft 1949 in Oberhof beinahe alle Medaillen. Allein Herbert Leonhardt war 4 mal Sieger in verschiedenen Disziplinen. Nach der Gründung des SC Dynamo 1956 hatte er erheblichen Anteil am Erfolg des Harry Glaß, mit dem 3 Platz bei den Olympischen Spielen in Cortina d‘ Ampezzo. Es war die erste Medaille eines Gesamtdeutschen Skispringers und die erste Olympiamedaille der DDR. Mit dabei war der Zwotaer Felix Schlott. Er besorgte sich eine Filmkamera von der DHFK in Leipzig, fuhr mit seinem Fiat Topolino nach Cortina, gab sich als Filmemacher aus und war auf der Pressetribüne mittendrin. 

 Das war der Start zum Bau der »Aschbergschanze«. Die Häftlinge vom 17. Juni 1953 nebst Baumeister der Stalinallee in Berlin, wurden beauftragt, eine neue Großschanze im Steinbachtal zu errichten. 1959 war sie fertig und Harry Glaß durfte sie vor 70.000 Zuschauern am 1. Februar 1959 einweihen. Nach 30 Jahren, zur Wendezeit, wurde der Anlaufturm gesprengt, in der Hoffnung, auf baldigen Wiederaufbau. Bis dahin dominierten die Skispringer aus der DDR und Klingenthal die Weltspitze.  Einige Klingenthaler Persönlichkeiten befürchteten, dass die Stadt ohne eine Großschanze in die Belanglosigkeit versinkt. So ergab sich die Möglichkeit, eine Bewerbung  für die nordische Skiweltmeisterschaft 2005 anzustreben. Eine Arbeitsgruppe wurde gebildet. Zum Vorsitz ist der Stadtrat Peter Vodel gewählt worden. Der inzwischen gestorbene  Hobbymeteorologe Bernd Fietz ermittelte den Februar  als schneesicheren Termin.

1996 begann in der Presse  die Diskussion über das »Für und Wider«. Thomas Prenzel von der »Freien Presse« meinte, es fehle an Wettkampfstätten und die  Infrastruktur. Aber gerade das sollte ja bis 2005 geschaffen werden!  Marlies Dähn berichtete in einem Kommentar in der Vogtlandpost vom 23. 2. 1996 über die offizielle  Bewerbung für die nordischen Skiweltmeisterschaften 2005 in Klingenthal. Der ehemalige Landrat, Dr. Tassilo Lenk, gab bei einem Wirtschaftsspitzengespräch seine Unterschrift für die offizielle Bewerbung. Dr. Lenk erklärte: profitieren könnten in der Großzone „Euregio Egrensis“ alle darin befindlichen Städte und Gemeinden. Es folgten einzelne Aufzählungen von Maßnahmen, die zum Teil bis heute nicht erfüllt werden konnten. Allein die Bewerbung hätte damals 250.000.- € gekostet. Diese Summe war von der Stadt nicht aufzubringen. Dazu kam die Bewerbung von Oberstdorf zur gleichen Zeit. Durch die bessere Lobby bekamen die Allgäuer den Zuschlag. Inzwischen entwarfen die Brüder Rostock und das Büro Schunk die neue Vogtlandarena im »Linkischen Grund«, weil sie verkehrstechnisch besser  gelegen ist. Dr. Tassilo Lenk ist es zu verdanken, dass er die Finanzierung und die Fertigstellung bis 2005 geschafft hat. Eine weltmeisterliche Skisprunganlage wäre zur rechten Zeit fertig geworden. So weit der geschichtliche Teil.

Nun findet zum wiederholten Mal in der Vogtlandarena ein Weltcupspringen statt. Alexander Ziron und sein Team schaffen es immer wieder, hochkarätige Veranstaltungen zu organisieren und erfolgreich durchzuführen. Es liegt an uns Klingenthalern, persönlich dabei zu sein, wenn es am 12.12.2025 heißt:

»Schanze Frei«! Bis zum 14. Dezember 2025 werden wir dann spannenden internationalen Sport erleben.  Stadtverwaltung, Landkreis, Sächsische Regierung und die Bevölkerung sollten und müssen an einem Strang ziehen, um die  Visionen von damals Wirklichkeit werden zu lassen. Sonst sehe ich schlechte Zeiten auf Klingenthal zukommen.  Klaus Grimm