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Fast eweng wie meidoch aber ganz annersch

Ja, was hat der Kirby James mit früher, oder wie der Klingenthaler gerne sagt »meidoch« zu tun? An sich gar nichts. Das einzige, was mich da an früher denken lässt ist das ehemalige Rahmenprogramm der Vogtländischen Musiktage. Damals noch eng mit den Markneukirchnern zusammen aufgezogen, wurde zu den Wettbewerben, die da liefen, ein Rahmenprogramm gegeben, das die ganze Dauer der Musiktage diesen eben den Rahmen gab. Da waren nämlich Künstler aus aller Welt zu Gast in Klingenthal und die Bürger konnten für kleines Geld Karten für diese Veranstaltungen erwerben. Ich habe damals als Schlossjugendclubmitglied zu den Veranstaltungen am Einlass gestanden oder auch die Künstler wie ein Reiseführer betreut. Teilweise bin ich da auch mal gleich ‘ne ganze Woche von der Arbeit befreit worden und durfte den Klassenfeinden meine Heimat zeigen. Der Fotozirkel vom Kulturbund war auch mit dabei. Der Aufenthalt wurde fotografisch dokumentiert und jeder Gest erhielt bei Abreise ein Album zur Erinnerung.  Ja, alles das ging in der DDR. Was alles nicht ging, wissen wir auch. Die Zeit passt ja gerade. Zuletzt waren Jens‘n Friends on Stage. Die Wettbewerbe gibt es dieses Jahr gar nicht, weil es ohne Russen keinen richtigen Sinn macht. Ist ein wenig wie 1980 zu den Olympischen Spielen, erinnert Euch, die wurden vom Westen boykottiert. Jetzt dürfen keine Russen kommen weil die alle böse sind. Ist ein wenig wie Sippenhaft aber gut, wir machen hier ja keine Politik. Auf jeden Fall ist es Privatpersonen, allen voran Cordelia Weiß, zu verdanken, dass dieser Act dreimal auf die Bühne gebracht wurde, zweimal in Zwota und einmal in Oelsnitz. Ja, das ist eigentlich das erwähnenswerte an der ganzen Geschichte, dass eben durch persönliche, in diesem Fall Frauenpower, etwas außergewöhnliches auf die Beine gestellt wurde. Dass der James dann auch noch sauber performte ist fast schon Nebensache. So, wie ich es weiß, hat Cordelia, den James vor Jahren im Urlaub kennengelernt und es ist eine Freundschaft entstanden. Hinzu kommt, dass die Organisatorin ein wahrhafter Fan dieser, wirklich nicht alltäglichen Musik, ist. In Deutschland ist James Kirby weitestgehend unbekannt. Seine Art, die Gitarre zum Klingen zu bringen, passt in kein musikalisches Korsett. Ich habe überhaupt nur einmal etwas ähnliches gehört, vor ein paar Jahren zu BRN in Dresden, nämlich, dass eine Person, natürlich mit ein paar technischen Spielereien, den Saal so mit Klang ausfüllt, als stünde eine Bigband auf der Bühne. Ein Genuss für Dezibelfetichisten. Nicht dass wir uns falsch verstehen, es gab auch ruhige Töne mit viel Gefühl. Die Stimmung war jedenfalls ausgelassen, alle waren zufrieden, Herz was willste mehr. »To be continued« würde James sagen. O. Grimm