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Köttbullar – der leckere Spaß für die ganze Familie

»Heit Ohmd gibt‘s Biffstock« ja, wenn das meine Oma gesagt hat, wusste ich, dass das Abendessen lecker werden würde. Der Vogtländische Begriff Beefsteak oder Beffsteck ist ja eigentlich auch nicht so richtig, weil das ja an sich ein Rindersteak ist. Eher würde es Hacksteak treffen oder wie der Bayer sagt, Fleischpflanzerl, Bifteki, Cevapcici, der Berliner Boulette oder Frikadelle. Alles ist irgendwie gerolltes  Hackfleisch, das in der Pfanne gebraten, angebraten und eventuell später dann noch im Ofen gegart wird. So unterschiedlich die Zubereitungen auch sein mögen, haben sie doch eines gemeinsam: Sie schmecken unheimich lecker, jedenfalls solange man sie nicht versalzt oder sonst irgendwie versaut. Meine Oma jedenfalls, kannte nur den Biffstock, ist ja auch kein Wunder, wenn »Vorne Naus« ,damit meinte man Klingenthal Eins, schon eine Weltreise war. Ich denke, weiter als nach Reichenbach ist die Oma nie gekommen. Warum auch, es ist ja schön hier. Dass dann so etwas wie »Köttbullar« nicht auf den Tisch kam, ist auch logisch, woher hätte sie das kennen sollen, wo man doch zum Telefonieren noch zum öffentlichen Fernsprecher laufen musste, der eh meist kaputt war, weil wieder mal ein Besoffener die Leitung vom Hörer abgeschnitten hatte. Ja, das gab es damals auch schon und sich zu besaufen war spottbillig. Jedenfalls gab es zum Biffstock Brei mit Zwiebeln und Sauerkraut. Hatte man Glück und es war Schwammezeit, dann gab es noch gebratene Schwamme dazu. Das Köttbullar Gericht kennen sicher viele vom Besuch in der IKEA Restauration, ich nicht. Ich war nie bei Ikea bis sich von neun Jahren mein Sohn in Dresden eine Studentenbude eingerichtet hat. Da ist wohl Ikea Pflicht. Zur Fütterung kam es aber auch da nicht. Meine Bekanntschaft mit dem Schwedischen Hackbällchen verdanke ich »Hello Fresh« der Kochbox mit der Anleitung zum Selbermachen. Das schöne an dem Gericht: die ganze Familie kann beim Kochen helfen. Kinder lässt man einfach die Bällchen formen.  Auch wenn die Küche dann hinterher gründlich gereinigt werden muss, der Spaß ist es wert. Auch für Kochanfänger ist das eine gute Übung: Man braucht für 4 Personen ungefähr ein Pfund Hackfleisch, ein paar Kartoffeln, ein Dutzend Champignons, aber bitte frische und keine aus der Dose, Kochsahne, Zwiebeln, Worchestersauce, Salz, Pfeffer, Tomatenmark, Senf, Piment, Semmelbrösel und vieleicht auch Knoblauch. Wer es gerne weniger gewürzt haben möchte, braucht an das Hackfleisch auch nur Semmelbrösel und etwas Milch ranzumachen aber besser ist halt Senf, gehackte Zwiebeln, Tomatenmark, Senf, Petersilie und Knobi dazu zu nehmen. Essen keine Kinder mit, kommt auch noch Chili gut. Dann formt man Bällchen etwas größer als einen Tischtennisball, ich wälze die dann noch in Mehl, und brät die in der Pfanne ringsrum an. Währen dieser Zeit kann man die Champignons vierteln oder achteln, je nachdem, wie groß die sind. Wenn die Köttbullar rundrum braun sind, kommen sie aus der Pfanne in eine Schüssel. Dann brät man die Champignons und Zwiebeln an und kocht die Kartoffeln. Ich dämpfe die Kartoffeln ca. 15-20 min, da ist die Konsistenz besser. Wenn die Zwiebeln glasig sind, gibt man Kochsahne dazu und würzen, würzen würzen, mit Worchestersauce, Pfeffer, Salz und Abschmecken, das reicht. Ich habe es mir angewöhnt, für Soßen statt Salz Soja-Sauce zu nehmen, das ist würziger und enthält weniger Natriumchlorid. Nach fünf Minuten können die Köttbullar in die Soße und lässt das ganze auch noch mal fünf Minuten köcheln. Die Kartoffeln abgießen und Butter und Petersilie dazu, kurz stehen lassen bis die Butter flüssig ist und dann umrühren. Wenn Kinder dabei sind, kann man auch noch einen Stampf machen, da können sich die lieben Kleinen noch mal richtig austoben. Dann alles auf die Teller, Preiselbeeren dazu und schmecken lassen. Meine Oma hätte gesagt:

»Su e gwörch midd den Zeich«.

O. Grimm