So lange wie ich zurückdenken kann spielt Musik in meinem Leben eine überdimensionale Rolle.
Mit Dreizehn wollte ich Rockstar werden, kaufte mir für dreißig Ostmark eine Wandergitarre und quälte die den ganzen Tag bis meine Mutter mir drohte, das Wohnrecht zu kündigen. Später dann spielte ich im Sommer, den Verstärkter auf Anschlag gedreht, so lange bei offenem Fenster, bis der Nachbar an der Haustür klingelte und mich bat, noch lauter zu spielen, was ja nicht ging, wie gesagt der DDR Verstärker Marke Regent war am Anschlag. Später dann wurde die Hardware etwas besser und ich konnte dann auch ein wenig Bühnenerfahrung sammeln. Irgendwann begann dann auch der Ernst des Lebens und der Kapitalismus hielt Einzug.
Ich musste dann Unternehmer werden und vorbei war’s mit dem Spaß. Erst nach dem Jahr 2000 kümmerte ich mich wieder ein wenig um das selber Musik machen. Heute habe ich alles vom Acoustik Bass bis zum Schlagzeug was man braucht um eine Unplugged Session zu zelebrieren. Gemacht habe ich das bislang noch nicht. Jedenfalls nicht öffentlich. Manchmal hilft es ja auch, nur so für sich den Frust von der Seele zu spielen, der sich im täglichen Kampf um’s Überleben angesammelt hat.
Die Technik, die man braucht um einen vernünftigen Ton aus der Gitarre zu bekommen hat sich seitdem nicht so grundregend geändert. Die, wie man Musik hört schon.
Die Mitschnitte die man brauchte, um zu Hause zu üben, wurden von Westplatten oder im Radio aufgenommen, auf ein Tonband versteht sich. Ob heute ein Fünfzehnjähriger mit dem Begriff noch was anfangen kann, weiß ich nicht. Auf jeden Fall war es sehr kostenintensiv, zu Hause einen ordentlichen Klang ins Zimmer zu bekommen.
Das Stereo Radio RK 88 Sensit für fast 2.000 Ostmark habe ich heute noch. Das Sanyo Tape Deck, das mein Vater für 2000 Ostmark anbrachte und der Plattenpieler mit magnetischem Abtastsystem, das ich damals für 800 Ostmark gebraucht erwarb, stehen heute auch noch in meinem Büro. Dazu unzählige CDs und LPs, liebevoll gesammelt und immer mal wieder gehört von ACDC bis ZZ TOP. Benutzt wird von dem ganzen Zeug heute nichts mehr.
Wenn ich das mal alles zusammen rechne, kommen da sicher 10.000 Ostmark zusammen.
Das sind heute nominal betrachtet 500,- €. Na gut, es geht ja auch alles noch, aber es ist viel zu aufwendig um das alles noch zu benutzen.
Heute habe ich einen Spotify Account, und du hast deine Musik immer und überall mit dabei. Gerade noch im Büro, jetzt im Auto, dann zu Hause, wenn der Titel lange genug läuft, kannst du den ohne Unterbrechung überall hören, vorausgesetzt du hast auch das Internet überall dabei. Da reichen 2 GB auf dem Handy im Monat. Da kann man ca. 400 Titel hören. Oder man lädt sich Playlisten auf das Telefon runter, das braucht dann kein Internet, dafür aber Gerätespeicher, ja jeder wie er will. Mittlerweile habe ich auch meine ganze CD Sammlung digitalisiert und einen Stick im Auto stecken. Das sind tausende von Titeln. Natürlich braucht man dann auch noch ein Ausgabegerät weil das Handy ja keinen guten Lautsprecher hat und einen die »in ears« auch dauerhaft von der Umwelt abschotten. Als ich noch meinen 14 Jahre alten Skoda hatte war das ein Autoradio von JVC. Das könnte man über USB mit dem Handy verbinden und es ging los. Es gab da auch 'ne Fernbedientng aber das war während der Fahrt kompliziert, diese zu bedienen. Im Golf Jahrgang 2016 ging das dann etwas besser, zwar auch wieder über USB aber auch vom Lenkrad aus bedienbar. Leider braucht das System bei ständigem Anhalten und losfahren etwas zu lange, um anzuspringen. Im Grunde gilt: Je neuer und teurer umso besser geht’s. Das gilt für Auto und Handy. Bei den aktuellen VW- Modellen geht es problemlos. Soviel kann ich sagen. Auch den neue Corsa und der Skoda Scala haben sich vorbildlich benommen, beim neuen Q3 ist die Verbindung ständig abgerissen. Der hatte aber auch kein CarPlay.
Beim Heimequipment ist das einfacher. Für’s Bad hab ich einen Boomball der ist so groß wie ein Tennisballl und den habe ich als Werbegeschenk bekommen. Dann habe ich einen Bluetooth Kopfhörer, damit ich meine Mitmenschen nicht störe und die mich auch nicht. Ein Bose Sound Dock rundet die ganze Sache ab. Fertig aus. Update: Der Sound Dock steht jetzt schon zwei Jahre in einem Karton in einer Ecke und wartet auf den Versand. Ein JVC Bluetooth- Lautsprecher für das Bad und ein Home Pod für das Wohnzimmer haben ihn abgelöst. Ein Bekannter hat sein Haus mit Sonos Geräten ausgestattet und hat so über WLAN im ganzen Haus Musik, gesteuert über Madame »Alexa« (Echo). Grundsätzlich kann man sagen, dass diejenigen, die sich den angebissenen Apfel auf die Stirn haben tätowieren lassen und die über das notwendige Kleingeld verfügen, bei Apple gut aufgehoben sind. Da greifen alle Zahnräder optimal ineinander. Fremdgeräte zu integrieren, sollte man lassen. Mit Abstoß-Verhalten ist zu rechnen. Apple hat eben eine andere Blutgruppe als der Rest der Welt obwohl vieles besser und einfacher geworden ist. Alle anderen werden mit Spotify, Echo, Android und Bose & Co. glücklich. Da bin ich sicher.
O. Grimm
